SG zurück in der Verbandsliga“

Landau – Nach dem Sieg, der das Meisterstück war, feierten sich die Fußballerinnen der SG Landau/Wolfhagen singend und hüpfend schon mal als Nummer eins im Kreis. 

Den Beweis dafür müssen sie in der neuen Saison antreten. Nach drei Jahren und zwei Meisterschaften in der Gruppenliga kommt das von Hagen Marquardt seit Februar 2016 gecoachte Team zurück in die Verbandsliga Nord, dort wo der heimische Platzhirsch im Frauenfußball, der SV Anraff, sitzt.

Dieser Aufstieg ist sehr wichtig“, sagt der Trainer. Warum? Dazu muss man ausholen. Im Vorjahr verzichtete die Spielgemeinschaft auf dem Sprung. Ein Votum der Spielerinnen. Er und das Betreuerteam hätten vor der, wie Marquardt sagt, schwierigen Lage gestanden, den Ehrgeiz neu zu mobilisieren. Ob ihnen das auch ein drittes Mal gelungen wäre?

Intelligentes Team

Marquardt nennt sein Team intelligent. Es bringe spielerische Qualität auf den Platz, könne variantenreich auftreten und im Spiel die taktische Richtung wechseln. „Diese Mannschaft ist immer gut, wenn sie richtig gefordert wird“, sagt er.

Zum Beleg verweist der 56-Jährige auf Regional- und Waldecker Pokal und Siege gegen Anraff sowie die lange offene Partie gegen Hessenligist TuS Großenenglis.

Das finale 3:2 gegen Gruppenliga-Vize TSV Korbach passt ebenfalls ins Bild. In der höheren Klasse sieht Marquardt seine Spielerinnen permanent herausgefordert. „Weil wir uns an Mannschaften messen müssen, die spielerisch gut sind und wo wir auch mal an eine Leistungsgrenze gebracht werden.“ Das könne nur leistungsfördernd sein.

Denn der Trainer, der für die neue Saison zugesagt hat, weiß ja um das zweite Gesicht der SG: Sie lässt schon mal ein Spiel in die Hose gehen, wenn sie es gedanklich vorher als gewonnen betrachtet. Das 1:2 gegen Edermünde am vorletzten Spieltag, die einzige Saisonniederlage, war so ein Kick. Die geplante Titelparty fiel aus. „Das haben wir uns selber versaut“, so Spielführerin Franziska Heldt.

Die Fotos zum Aufstieg der SG Landau/Wolfhagen

Dafür waren sie und die Ihren da, als es in Korbach drauf ankam. „Mit einem guten Spiel vor geiler Kulisse sind wir verdient Meister geworden“, jubelte Heldt über das „Double“ – den Hallentitel hatte die SG im Februar geholt.

39 Punkte sammelte die SG. Sie reichten bei den Männern gerade mal gut für den Klassenerhalt. Dieser Vergleich markiert einen frappierenden Bedeutungs-Unterschied: die sechste Liga bei den Frauen bestand in der Region Kassel aus nur neun Teams, von denen eins unterwegs aufgab. Eine Folge für die SG: Spielpause vom 13. Oktober bis zum 30. März.

„Das ist nicht gut“, sagt Marquardt, „bei acht, neun Spielen pro Halbserie findest du keinen Rhythmus.“ In diesem Punkt hätten die Verantwortlichen beim Verband ihre Hausaufgaben nicht gemacht. In der Verbandsliga sind sie zu zwölft.

Schwierig,  Spielerinnen zu holen

Wie und ob sich der Kader im Sommer verändern wird, ist laut Marquardt offen. „Es ist schwierig, Spielerinnen nach Landau zu holen“, sagt er. Philosophie sei aber ohnehin, vor allem auf eigene Spielerinnen zu setzen. Da trifft es sich gut, dass die B-Mädchen auch gerade Meister geworden sind.

Die Qualität für die Verbandsliga hat die SG in allen Mannschaftsteilen. Franzi Heldt (10) und Sarah Schütz (11) erzielten die meisten Tore, die meisten Einsätze (15) weist Hanna Rode vor. Ihren Abschied eingereicht hat Nicole Näser, eine von drei Torfrauen, Urgestein im Team, seit mehr 25 Jahren dabei. „Das war das letzte Mal“, sagte sie nach dem Titelgewinn. Es war nicht ihr erster.

Quelle:WLZ-Online, 27.05.19

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