Landau und Korbach haben Playoffs im Blick-Anraff plant mit Abstiegsrunde

Waldecker Frauenfußball-Verbandsligisten vor dem Rückrundenstart!

Mit Vehemenz durch die Mitte: Carolina Martins vom TSV Korbach im Derby gegen Mareike Kloppmann (links) und Anna Schäfer von der SG Landau/Wolfhagen, die mit 5:0 gewann.
© Worobiow

Korbach – Die SG Landau/Wolfhagen Zweiter, der TSV Korbach auf Platz drei und der SV Anraff Rangfünfter: Waldecks Fußballfrauen schlagen sich in der Verbandsliga Nord, Gruppe 1, gut bis ordentlich, nachdem gut zwei Drittel der Hinrunde gespielt sind.

Alle drei Teams können sich für die Aufstiegsrunde noch qualifizieren, freilich sind die Chancen des SVA auf einen der ersten drei Plätze eher theoretischer Natur. Praktisch schon durch ist der TSV Jahn Calden II, der die Tabelle mit maximaler Punktausbeute anführt.

Landau/Wolfhagen

„Natürlich bin ich mit der Saison bisher zufrieden“, sagt Hagen Marquardt. „Schließlich war es unser gestecktes Ziel, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Und das haben wir bisher sehr gut hingekriegt“, fügt der SG-Trainer an. Damit untertreibt er. Denn die Spielgemeinschaft musste sich bisher nur Spitzenreiter Calden II mit 2:4 und 1:2 geschlagen geben.

„Die werden auch aufsteigen, weil das eine absolute Spitzenmannschaft ist“, glaubt Marquardt. Er hat sich deshalb umso mehr darüber gefreut, dass die SG mit dem Tabellenführer „teilweise sehr gut mitgehalten hat“.

Landauer Coach: „Mehr Siege als gedacht“

Fünf Siege stehen bisher zu Buche. „Mehr als gedacht“, sagt Marquardt: Wir sind gut in die Saison gekommen. Die Mannschaft war in den ersten Spielen sehr konstant. Deshalb konnten wir dann locker aufspielen.“ Gegen den DFC Allendorf musste sich die SG mit einem 1:1 begnügen. „Das ist unser Angstgegner, gegen den wir 2012 den letzten Sieg gefeiert haben, sodass wir froh waren einen Punkt geholt zu haben“, sagt Marquardt

Mit 17 Treffern ragt beim Tabellenzweiten Ligatorschützenkönigin Sarah Schütz heraus. „Sie hat gute Laufwege“, sagt Marquardt über die Mittelstürmerin und fügt sogleich an: „Sie wird aber auch von ihren Mitspielerinnen sehr gut in Szene gesetzt.“ Die Mannschaft habe insgesamt eine „tolle Entwicklung genommen und tritt sehr geschlossen auf, was früher nicht immer so war“, sagt er.

Mittlerweile ist die Aufstiegsrunde das Ziel der SG ist. Um die noch fehlenden Punkte zu holen, kommen ihr zum Re-Start der Runde am Wochenende die beiden Partien gegen die Schlusslichter TSV Obermelsungen und SG Angelburg gerade recht.

TSV Korbach

Mindestens Platz drei halten. So lautet das Ziel der Kreisstadt-Kickerinnen. Das würde bedeuten: Teilnahme an der Aufstiegsrunde. Dass die Mannschaft von Trainer Lutz Forth das Zeug dazu hat, sieht auf den ersten Tabellenblick gar nicht so aus. Denn sie hat mit 28 Gegentoren die zweitschlechteste Defensive der Liga und die 18 erzielten Tore machen gegenüber der Trefferquote von Spitzenreiter Calden II mit fast doppelt so vielen Toren (35) auch nicht so viel her.

Zahlen lügen nicht, heißt es immer, aber in diesem Fall sagen sie nicht viel aus. Zwei hohe Niederlagen mit 13 Gegentoren am Anfang der Saison stehen zu Buche. Die Hinrundenbilanz: Fünfmal gewonnen, viermal verloren.

Trainer Forth hat viel Vertrauen in sein Team

Auch wenn die Vorbereitung auf die Rückrunde wegen einiger Corona-Fällen im Kader und der Stürme nicht so gut war (vier von fünf Testspielen mussten abgesagt werden), hat Trainer Forth viel Vertrauen in sein Team. „Die Vorbereitungsphase lief zwar nicht so gut, aber wir haben eigentlich die ganze Zeit über recht gut trainiert, auch in der Halle und im Fitnessstudio.“

Beim Testspiel Anfang März gegen Gruppenligist TSV Flechtdorf sei er mit der Leistung beim 6:1-Sieg weitgehend zufrieden gewesen, auch konditionell. „Die Spritzigkeit hat zwar noch gefehlt, aber der Feinschliff erfolgt auch erst in dieser Woche“, betont Forth, der die Mannschaft erst zu Beginn dieser Saison übernommen hat. Und die Chemie scheint zu stimmen: „Wir kommen ganz gut miteinander klar.“

Der Trainer muss in der Rückrunde auf Ronja Müller verzichten, sie geht für drei Monate beruflich nach Dresden. Aber auch einen Neuzugang vermeldet der TSV: Kim Ellenberger. Die Offensivspielerin hat länger kein Fußball gespielt, ihr letzter Verein war der DFC Allendorf.

SV Anraff

Mit Platz fünf zur Winterpause ist Stefan Bischof „ganz zufrieden“, auch wenn der SVA-Trainer davon ausgeht, dass sich seine Mannschaft in der Abstiegsrunde wieder finden wird. Sechs Punkte auf den Drittplatzierten TSV Korbach dürften die Anrafferinnen, die viele personelle Ausfälle hatten, kaum noch aufholen.

„Noch oben reinzurutschen, wird ganz schwierig werden. Da muss man realistisch sein. Ich plane deshalb für die Abstiegsrunde“, sagt der SV-Trainer. Froh ist er deshalb, dass sein Team alle seine neun Zähler gegen die Mannschaften auf den Plätzen vier, sechs und sieben holte, weil diese Punkte in die Abstiegsrunde mitgenommen werden. So geht der Trainer am Saisonende vom Klassenerhalt des Sportvereins aus.

Beim Blick zurück ärgert sich Bischof immer noch über die 1:4 (0:1)-Derbyniederlage in Landau. „Wir hätten zur Pause mit 5:0 führen müssen, haben aber die Tore nicht gemacht.“

Im Lauf der Saison habe sich seine Mannschaft in der Chancenverwertung jedoch verbessert. Besonders zufrieden ist Bischof mit seiner offensiven Mittelfeldspielerin Marie Wiesemann, die mit neun Treffern Dritte der Ligatorschützenliste ist. „Sie ist mental stärker geworden und macht jetzt auch Tore“, freut er sich.

Zusammen mit Kapitänin Franziska Karges und Mittelfeldspielerin Sarah Martin zählt Bischof sie zu den Leistungsträgerinnen. Verzichten muss er bis zum Ende der Saison auf seine Tochter Franziska Wathling (Schwangerschaft). (jh/rsm)

Quelle: Waldeckische Landeszeitung, 09.03.22

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