Meister: Das Saisonporträt unserer Fußballer zum Aufstieg in die A-Liga

Die Besten in der Kreisliga B Waldeck: Unsere SG mit Banner und der Vorfreude auf die Abschlussfeier im Gesicht. (Foto: Peter Bauschmann)

Sechs Jahre lang gehörte die SG Nieder-Waroldern/Landau zur Waldecker Fußball-Kreisliga A. Vor der Saison 2024/25 wurde die „Ehe“ um den Partner TuS Helsen erweitert. Gleichwohl war die Beziehung zur A-Klasse – derweil kriselnd – am Rundenende beendet. Weil es sportlich so kam, weil sie ohnehin wollten. Und so musste Johannes Ramme, bis dahin nur Stürmer, von da an auch Trainer, in seinem ersten Jahr als Coach absteigen.

„Wir wären auch freiwillig runtergegangen, haben das als Team so entschieden. Nach anstrengenden Jahren mit Abstiegskampf wollten wir uns erst einmal sammeln“, erklärt Ramme. Ein Sabbatjahr quasi. Einfach mal raus aus dem stressigen Alltag. Nicht verkehrt nach vielen Veränderungen.

Henning Schneider war ein halbes Jahr Trainer, Hagen Marquardt ging nach einer Saison, zudem kamen die Helser Spieler neu hinzu. „Wir gehören in die A-Liga. Aber wir mussten erst einmal gucken, wie die neue Mannschaft funktioniert“, beschreibt Ramme die Lage bei seinem Einstieg als Trainer.


Unten angekommen merkten sie bei der Dreier-SG schnell: B-Liga ist kein Selbstläufer, um schnell wieder Erfolgserlebnisse zu sammeln. Vier Punkte aus den ersten vier Spielen – da fühlten sich diejenigen im Kader bestätigt, die nicht ganz sicher waren, ob „Wiederaufstieg“ das richtige Saisonziel war. Zur Winterpause habe man sich aber komplett darauf eingelassen, auch öffentlich vom Titel zu sprechen, so Ramme. Motto: „Wir spielen nicht B-Liga, um mit Platz drei zufrieden zu sein.“


Nach einer guten Wintervorbereitung dank des neuen Arolser Kunstrasens ging „Niwa/Landau/Helsen“ guten Mutes in die Restrunde – um gleich einen Dämpfer zu bekommen. 0:1 im ersten Spiel des Jahres gegen die bis dahin schwache SG Neudorf – für Ramme neben Basdorf/Werbetal auffälligstes Team der Rückrunde. Der SV Hillershausen, im Hinspiel gegen Landau 2:1-Sieger, saß der Dreier-SG im Nacken, hatte in 18 Spielen erst elf Gegentore kassiert- um dann in Landau mit 7:2 abgefertigt zu werden. „Da war dann allen klar, wohin die Reise geht“, erinnert sich Ramme.

Kurz danach, am 24. Spieltag, wechselte die Tabellenführung, die 13 Spieltage lang der SVH inne hatte, zur SG Nieder-Waroldern, die sie nicht mehr abgab und am vorletzten Spieltag nach dem Patzer des Verfolgers bei Eintracht Edertal das Meisterbier trinken durfte. Auch die Ramme-Elf hatte übrigens im August gegen Edertal verloren, und sie erfuhr bei zwei Remis im Saisonendspurt, dass es auch im Flow keine Punkte im Vorbeigehen gibt. „Es gab ein paar Kampfsiege, aber auch einige deutliche. Insgesamt haben wir aber über die ganze Saison vieles richtig gemacht, zu den Aufs gab es wenige Abs, zumal die Trainingsbeteiligung sehr gut war“, meint Trainer Ramme, mit 36 Toren einer der Garanten für den Wiederaufstieg.

Mitentscheidend seien laut Trainer auch die Neuzugänge im Winter gewesen. Justin Höhle lotste die SG aus Bad Arolsen zurück, dank Sondergenehmigung rückte Lion Hofmann aus der Jugend auf, der im Februar 18 wurde.

Dass seine Elf auch als Meister am letzten Spieltag das Match in Münden noch so ernst nahm, dass sie die 100-Tore-Marke noch übertraf, freut den Coach, der seinen Mannen vier Wochen Pause gönnen und Ende Juni wieder zum ersten Training bitten will. Ab dann sind die Ziele andere. Die A-Liga werde eine ausgeglichene Klasse bleiben, in der einiges aber schwer einzuschätzen sei, glaubt Johannes Ramme. Freilich kann es für ihn und seine Aufsteiger nur um den Klassenerhalt gehen, zumal erneut vier starke Teams aus der Kreisoberliga herunterkommen. Die harte Liga sei aber eher ein Anreiz als dass sie Angst mache, versichert der Spielertrainer.


An den Vorjahres-Aufsteigern lasse sich erkennen, wie es einem ergehen könne. Der als Meister aufgestiegene SV Eimelrod stieg als Letzter mit elf Punkten wieder ab, der B-Liga-Vizemeister TSV Vöhl hielt sich mit 39 Punkten mühelos vor der Abstiegszone auf. Die Vöhler sollen eher das Vorbild der Warolderner, Landauer und Helsener sein, deren Truppe weitgehend zusammenbleibt.

Ein Spieler beendet die Karriere, ein anderer verlässt berufsbedingt die SG. Die wird ihre zweite Mannschaft in der C-Klasse nur als Neunermannschaft melden und erwägt, kommende Saison auch ein halbes Jahr die Heimspiele in Helsen auszutragen. Schließlich harmoniert es in der „Ehe“. Und die Beziehung zur A-Klasse soll nicht so stressig werden, dass sie wieder ein „Pausenjahr“ einlegen müssen danach. (Quelle: WLZ)